Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef hat im Oberurseler Bauausschuß für die Absicht der Stadt Frankfurt geworben, westlich und östlich der A 5 einen neuen Stadtteil für ca. 25.000 Menschen zu errichten. Die CDU-Fraktion in Oberursel, die ihre endgültige Entscheidung von Josefs Informationen abhängig machen wollte, hat er nicht überzeugt. „Die polyzentrische Struktur ist eine große Stärke der der Rhein-Main-Region und wir wollen dass diese erhalten bleibt.

Die A5 stellt mit ihren bald 8 Fahrspuren, Standspur und Lärmschutzwällen erhebliche Barriere und eine klar erkennbare Landmarke dar. Wir sind davon überzeugt dass es richtig ist auch die bauliche Entwicklung daran auszurichten. Wenn die Stadt Frankfurt auf der östlichen Seite der A 5 neue Wohnungen baut, ist das ihre Entscheidung, die wir akzeptieren. Wenn das freie Feld zwischen der Autobahn und Weißkirchen bebaut werden soll, dann wird die CDU Oberursel dem nicht zustimmen“ so der Fraktionsvorsitzende Jens Uhlig.

Uhlig bescheinigte dem Frankfurter Stadtrat eine sachliche, transparente und offene Darstellung der Frankfurter Pläne und auch der Motivation sich überhaupt mit dem Thema zu beschäftigen. "Auch wir kennen das Problem, dass es zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt. Auch wir wollen neue Wohnungen ermöglichen. Auch wir wissen, dass neue Wohnungen in ihrer Nachbarschaft meist auf wenig Begeisterung stoßen."
Aber die Frankfurter Pläne auf der Weißkirchener und Steinbacher Seite der A 5 einen neuen Stadtteil zu errichten, sind nach Auffassung der CDU widersprüchlich und nicht durchdacht. "Herr Josef hat eingestanden, dass die Anbindung der neuen Wohnungen über die Autobahn hinweg das größte Problem darstellt. Wie sollen die Menschen von einer zur anderen Seite des Stadtteils kommen, wie soll der Lärmschutz einer demnächst 8-spurigen Autobahn gelöst werden? Bis heute gilt die für die Trennung der Eschersheimer Landstraße durch Hochbahnsteige und Zäune für die U-Bahn als eine der größten städtebaulichen Fehler der Nachkriegszeit. Und jetzt soll sogar eine 8-spurige Autobahn kein Hindernis für einen neuen lebendigen und lebenswerten Stadtteil sein?", fragte der Sprecher der CDU im Bauausschuss, Michael Reuter.

„In dem Spagat einerseits den Siedlungsdruck zu mildern und andererseits langfristig die Lebensqualität der Region zu erhalten müssen alle Kommunen im Rhein-Main-Gebiet einen Betrag über Nachverdichtung und Flächenkonversion leisten“ so Jens Uhlig. „Oberursel leistet hier einen wichtigen Beitrag mit seinem Wohnbauprogramm, in dem innerhalb von 5 Jahren 1000 neue Wohnungen entstehen sollen. Wir müssen die Region von Wiesbaden bis Aschaffenburg und von Gießen bis Darmstadt in die Bemühungen einbeziehen und dafür die entsprechende Verkehrsinfrastruktur - insbesondere im öffentlichen Personennahverkehr - schaffen. Nur so können wir die Natur- und Erholungsflächen in der Region erhalten.“

Jens Uhlig ging auch auf das Angebot von Stadtrat Josef ein, gemeinsam die Südumgehung zu realisieren. "Schaut man sich die Frankfurter Pläne an, dann wird schnell deutlich, dass aus der Entlastungsstrasse für Weißkirchen auf diesem Weg eine Erschliessungsstrasse für Neu-Frankfurt wird. Davon hat Weißkirchen gar nichts." Überhaupt, so kritisieren die Christdemokraten, basiere die Verkehrserschließung des neuen Stadtteils auf zu vielen schön geredeten Annahmen.

Michael Reuter: "Wenn man Herrn Josef gestern zugehört hat, konnte man den Eindruck bekommen die U-6 nach Steinbach sei schon im Bau, auf der Regionaltangente West führen heute schon die Bahnen, mehr S-Bahnverkehr sei kein Problem und der Bund warte nur darauf, der Stadt Frankfurt eine millionenteure Einhausung der A 5 zu spendieren. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus!"

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